Kita & Co investiert verstärkt in die kulturelle Bildung (08.06.2016)

Ein Fachforum vom Kreis Herford, Kita & Co und der "Arbeitsstelle Kulturelle Bildung in Schule und Jugendarbeit" hat Akteure aus Grundschulen und Kindertagesstätten im Kreis Herford näher zusammengebracht. Sie haben verabredet, den Übergang zwischen Kita und Grundschule künftig verstärkt mit kulturellen Bildungsangeboten zu gestalten, bei den sie auf Künstler ausserhalb der Einrichtungen zurückgreifen wollen.

Kultur gehört längst zum Alltag in beiden Institutionen: Singen, Tanzen, Malen und Theaterspielen gehören dazu. Doch dabei greifen Erzieherinnen und Lehrkräfte auf eigene Ressourcen zurück. Ein Ergebnis des Fachforums ist es, dass Kita & Co, das Programm des Kreises Herford und der Carina-Stiftung, künftig als eine Art Börse fungiert, um mehr Künstler von außerhalb in die Einrichtungen zu holen. "Wir versprechen uns dadurch zusätzliche kreative Möglichkeiten für die Einrichtungen", sagt Christina Altenbernd, Projektleiterin von Kita & Co.

Zum dem Fachforum waren rund 80 Lehrende und Erzieherinnen zusammengekommen. Die meisten von ihnen sind in ihren Einrichtungen bereits in kulturellen Projekten engagiert. Der Nachmittag diente auch dazu, sich auszutauschen und Anregungen zu holen, wie andere Einrichtungen kulturell arbeiten.

Vorbereitet hatte das Fachforum eine Arbeitsgruppe von Fachkräften aus Kita und Grundschule, Kulturbeauftragen und des Kommunalen Integrationszentrums zusammen mit Kita & Co. "Wir wollen einen Impuls geben, speziell für die Fachkräfte, die mit Kindern im Übergang zwischen Kita und Grundschule arbeiten" sagte Paul Bischof, Sozialdezernent des Kreises Herford. Vorbild sind Kooperationen mit externen Künstlern an Schulen, die der Kreis Herford unterstützt und fördert. Dies geschieht im Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle Kulturelle Bildung in Schule und Jugendarbeit NRW, die bei diesem Fachforum ebenfalls mit im Boot war.

"Ästhetische Bildung sensibilisiert fürs Wahrnehmen", betonte Vanessa Reinwand-Weiß in ihrem Vortrag. Die Professorin für kulturelle Bildung am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim und Direktorin der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel sprach von "ästhetischer Alphabetisierung". "Wir wollen aber keine Profigeiger in den Einrichtungen heranziehen oder zum Künstler erziehen, vielmehr geht darum Kunst zu machen", sagte sie und betonte, dass alle Kunstsparten gut geeignet seien. Als Beispiel nannte sie das Theaterspielen: "Theater fördert die Soziabilität", erhöhe also die Fähigkeit der Kinder,neue soziale Beziehungen einzugehen und diese zu pflegen. Im Theater spielen Kinder nicht nur zusammen, sie schlüpfen auch in Rollen und überlegen, was eine Person in einer bestimmen Rolle fühlt oder denkt.

"Bereits seit Beginn ist Kultur ein wichtiger Baustein von Kita & Co", sagte Christina Altenbernd. Im Theaterbereich wegweisend war das Projekt "Wo die wilden Wesen wohnen". Mit Christel Brüning engagierte Kita & Co eine externe Theaterpädagogin und Regisseurin. Diese erarbeitete mit einer Gruppe Erzieherinnen und Lehrenden ein Stück und vermittelte dabei Grundtechniken des Theaterspielens. Dieses gelernte Wissen wiederum transportierten die Fachkräfte in ihre Einrichtungen und entwickelten dort mit den Kindern ein Theaterstück. "Wir wollen die Fachkräfte in den Prozessen mitnehmen und zugleich ihre Möglichkeiten erweitern", sagt Christina Altenbernd.

Dass das Kita & Co Fachforum im Elisabeth-von-der-Pfalz-Berufskolleg stattfand, war kein Zufall. Dort werden Erzieherinnen ausgebildet. Einige von ihnen nahmen sogar am Fachforum teil. "Die neuen modularen Lehrpläne verstärken die Möglichkeiten der Schüler, ästhetische Erfahrungen zu sammeln", sagte Studiendirektor Gert Flörke.

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