Besser mit Eltern zusammenarbeiten (24.01.2018)

„Das ist die erste Qualifizierung mit Zertifikat, die wir über Kita & Co anbieten“, sagt Christina Altenbernd vom Bildungsbüro des Kreises Herford nicht ohne Stolz. Am 15. Januar war es dann soweit: 16 Fachkräfte aus Kitas und Grundschule erhielten ihre Zertifikate. 2016 schloss Kita & Co einen Kooperationsvertrag mit Education Y, einem bundesweit aktivem Bildungsprojekt, das das familY-Programm im Gepäck hat. Im November 2017 ist bereits eine weitere, zweite Gruppe mit ihrer Qualifikation gestartet. Education Y liefert die Inhalte, Kita & Co bietet einen maßgeschneiderten Rahmen durch sein Operieren genau am Übergang zwischen Kitas und Grundschule.

Die famliY-Ausbildung dient dazu, Erzieherinnen und Lehrenden einen Koffer an die Hand zu geben, um gut mit Eltern zusammenarbeiten zu können. Der Koffer wächst während der Ausbildungstage durch eigenes Probieren und Verstehen und manifestiert sich in einem umfangreichen Methodenhandbuch. Teil der Ausbildung ist es, Erlerntes direkt in der Zusammenarbeit mit Eltern anzuwenden – und zwar bei Eltern mit Kindern kurz vor und nach ihrer Einschulung.

Es sei sehr gut gelaufen, berichtet Axel Grothe, Leiter der beteiligten Förderschule Johannes Falk Haus in Hiddenhausen. „Wir haben gutes Material bekommen und auch die Freiheit in der Wahl der Methoden“. Die Zahl der teilnehmenden Eltern sei im Verlauf der Treffen nicht eingebrochen. Ein gutes Zeichen.

Er spricht von einem Paradigmen- und Haltungswechsel hin dazu, die Eltern im Übergang ihrer Kinder zwischen Kita und Schule strukturiert und gemeinsam zu begleiten. Das Johannes Falk Haus wird das Erlernte nach dem Ende der Qualifikation für die gesamte Schule fortsetzen, zunächst in einem vierteljährlichen Rhythmus. Zusätzlich sollen sich jeweils im Mai Eltern mit Kindern vor und nach der Einschulung bei einem Treffen austauschen können.

Ähnlich positiv äußert sich Dirk Windmann, Leiter der Grundschule Holsen-Ahle. „Das Projekt hat eine positive Resonanz im ganzen Stadtteil gefunden“, sagt er, „wir wollen es nachhaltig umsetzen, jährlich evaluieren und dabei flexibel schauen“. In der Regel kommt im Praxisteil der Qualifizierung ein Tandem-Verfahren zum Einsatz, Kitas und Schulen veranstalten die Elterntreffen gemeinsam. Partner im Tandem der Grundschule Holsen-Ahle ist das Evangelische Familienzentrum Holsen-Ahle mit den beiden Kitas Regenbogen und Arche.

Nachhaltigkeit war ein großes Thema bei der Abschlussrunde im Kreishaus. Einige Tandems hören auf, weil besonders in Schulen Ressourcen fehlen, solche zusätzlichen Elterntreffen zu veranstalten. Andere machen sich daran, das familY-Programm weiter umzusetzen.

Was allen gemeinsam ist: Sie nehmen viel mit aus der Qualifikation. Hochwertig sei diese gewesen, in einer schönen und vertrauensvollen Atmosphäre habe sie stattgefunden, berichten die Teilnehmenden. Die Kitas und Grundschulen, die die Ausbildung gemeinsam durchlaufen haben, sind noch enger zusammengerückt. Dass Treffen von Eltern, deren Kinder eingeschult wurden und Eltern, die kurz vor der Einschulung ihres Kindes stehen, gut sind, weil sie Ängste abbauen und ihnen Möglichkeiten bieten, zu sprechen und zu handeln, wurde bestätigt. Die Ausbildung lieferte zudem eine Fülle von hilfreichen Instrumenten. „Im Ergebnis werden Kitas und Grundschulen die Elternbeteiligung am Übergang verstärken, ein Anliegen das Kita & Co sehr wichtig ist“, sagt Christina Altenbernd.

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